Das Gold-im-Mund-Paradoxon

Großartig, die neue Woche mit einem Paradoxon zu beginnen. Ich kam mir trotzdem ein bisschen dämlich vor, als ich heute Morgen ins Büro gestolpert kam:
„Tut mir leid, ich bin zu spät, weil ich viel zu früh aufgestanden bin.“
Doch! Wirklich!
Ich bin so früh aufgestanden, dass ich nicht nur mit dem Herrn Gemahl frühstücken konnte, sondern auch noch angefangen habe, Dinge zu tun, für die ich sonst niemals vor dem Brotberuf am Montag Zeit habe. Das morgige Seminar planen, Mails beantworten und diese einen Unterlagen suchen. Und ohne meine übliche Hetze am Morgen war es dann plötzlich halb und ich hatte noch den Handtuchturban auf dem Kopf. Und war 10 Minuten zu spät bei der Arbeit.
Morgen ignorier ich den Wecker wieder.

31 am 31.

Und meine Mutter wünscht, dass das Jahr „gesund, glücklich und erfolglich“ sei. „Und wärmlich“, sagt mein Vater.
Ich habe auch drei (oder vier?) Wünsche, aber die werden hier nicht verraten. Sollen ja in Erfüllung gehen.

Halsweh

Ich wache mit Halsweh auf.
Percanto schaut mich eine Weile nachdenklich an. „Mit Deinem Hals möchte ich ja lieber keine Halsschmerzen haben.“

Wiesu denn bluß?

Ich, X und Y

Dieses Stöckchen scheint überall – zB hier und da – nur herumzuliegen und fliegt nicht. Ist vielleicht gar kein Stock.
Es knüpft aber auf so gut an eine Skype-Konferenz mit Freund T und Freundin M zur Frage was ist (typisch) männlich, was (typisch) weiblich, und was davon passt zu mir bzw. zu M bzw. zu T? Man konnte sich trefflich streiten und einander missverstehen, und ich nehme den Faden mit einer
Selbsteinschätzung nochmals auf. Im Gespräch mit M und T durften einem zunächst nur die anderen Weibliches und Männliches zuordnen.

X
– Ich habe ein Frauenstudium gemacht.
– Ich gucke in jeden Kinderwagen. Hinreißend.
– Was ein Hubraum ist, ob er besser groß oder klein ist und was das Schöne daran sein soll hab ich schon beim Autoquartett damals nicht kapiert, und es interessiert mich heute keinen Deut mehr. So gar nicht.
(Hupraum? Wer lauter hupen kann, oder?)
– Ich singe im Chor.
– Ich spiele Instrumente, und nicht gerade E-Gitarre oder Schlagzeug.
– Weinen? ich bin dabei!
– Ausgeprägtes Elsa-Brändström-Syndrom.
– Ich habe mehr als … ich habe Schuhe. Bevorzugt Stiefel. Bin aber nach wie vor nicht bereit, viel Geld pro Paar zu bezahlen.
– Hochzeiten… hach!
– Ich kann eigentlich nicht Autofahren.
– Nie ohne Wimperntusche.
– Ich mache alles gleichzeitig. Machen mein Vater und Bruder aber auch.
– Ich mache mir ständig Gedanken.
– Selbstzweifel.
– Außer Haus schleppe ich größer werdende Taschen herum, die voller Kruscht sind.

Y
– Ich geh alleine aufs Klo. Immer. Auch im Brautkleid.
– Doch, ich finde Naturwissenschaften spannend, habe aber ein schulisches Physik-Defizit. (Und finde die meisten Naturwissenschafts-Institute unattraktiv.)
– Als Kind fand ich Barbies doof, Rosa doof, Glitzer doof, Pferdeaufkleber doof, Schminke peinlich, Bikinioberteile peinlich, Handtaschen peinlich, Nagellack peinlich.
– Nagellack finde ich meist immer noch peinlich. Muss meine (kurzen!) Nägel manchmal aber mit Schutzlack überziehen.
– Ich kann werfen.
– Ich bin ehrgeizig, laut T und M ganz klarer Fall für Y.
– Bis zur vierten Klasse habe ich nur Badehosen getragen (Oberteile waren, wie gesagt, peinlich und der Sinn von Badeanzügen war mir nicht klar.) Das hat sich aber dann geändert.
– Ich wollte nie ein Pferd haben oder reiten.
– Frösche sind cool, und Pinguine und Papageien sind klasse. Aber Katzen? Hunde? Kaninchen? Nö.
– Ich kann Abseits erklären, und zwar in mehreren Sprachen – letzteres wahrscheinlich wieder X.
– Ich heule auch bei großen Sportereignissen, zuverlässig. (Y?)
– Geh mir weg mit Esoterik!

Sinnlose Koinzidenz

Jetzt und in diesem Moment stimmen Blogbesucherzahl und mein Geburtsjahr überein (schon mindestens seit 1800 kann ich den Blogcounter nur als Jahreszahl lesen).
Aber wenn SIE das jetzt lesen, ist die Übereinstimmung natürlich schon wieder dahin.

Was immerhin bedeutet, dass Sie mit Blick auf den Zähler einen „terminus ante quem“ für meinen Geburtstag haben.

Spülerbe

Meine Mutter nimmt zum Abwaschen einen Lappen.
Mein Vater eine Bürste.
Ich einen Schwamm.

Frage: Welches Gen ist fürs Spülen verantwortlich?

(Vielleicht sollte ich Drittmittel beantragen, eine Forschungskommission einsetzen, die Untersuchung ausweiten und auch meine Brüder einbeziehen. Möglicherweise ließe sich ein Zusammenhang zwischen Spülwerkzeug und Augenfarbe feststellen.)

Weinen, Klagen…

Mehr über Dresden wollte ich also berichten, wenn die Fotos fertig sind. Als alter Analogfotografierer genieße ich immer noch den Moment, drei oder vier Tage nach einer Reise die entwickelten Bilder abzuholen, gespannt die Fototaschen zu öffnen und dann all die Fotos in der Hand zu halten und kritisch und freudig zu begutachten.
Dieses Mal war ich mit meiner neuen alten Kamera unterwegs, einer Contax mit Zeiss-Objektiv, die mir jeden Tag besser gefallen hat. Meine mitreisende Freundin war durch ihren Fotografen-Mann zum Glück Kummer gewöhnt und hat geduldig gewartet, wenn ich verschiedene Blenden probiert, mich auf den Boden gelegt oder lange nach dem perfekten Blickwinkel gesucht habe.
Heute also wollte ich die drei Dresden-Filme abholen, und in den Tüten war – nichts! Nur vollkommen transparente Negativstreifen, in allen drei Taschen. Von 100 Fotos ist kein einziges etwas geworden. Keins! Und ich habe keine Ahnung warum.
Eigentlich wollte ich Fotos zeigen und erzählen vom Trinitatisfriedhof, wo ich die alten Grabstellen der Familie ge- bzw. besucht habe, mit Vorfahren, die zum Teil noch im 18. Jahrhundert geboren waren, der älteste 1783. Und vom Grab „unseres“ Ferdinand von Raykis, der direkt nebenan liegt. Von dem Kreuz aus dem 19. Jahrhundert, auf dem nichts weiter als „Wiedersehn!“ stand.
Natürlich auch von der Frauenkirche und dem alten Kuppelkreuz. Von der merkwürdigen Mischung aus Plattenbauten und Barock, Schlössern und Baugruben.
Fotos zeigen von goldenen „C“ über Türbögen und blauen „M“ an Bauzäunen.
Fotos von einer Freundin und ihren kleinwinzigen Kindern.
Nichts!
Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen.

Man soll sein Herz nicht an Dinge hängen, ich weiß, aber mit Fotos – mit fehlenden Fotos! – kann man mich treffen.

Ich muss da sofort wieder hin.

Okay – auch Percanta ist, wenn alle sind.

Da „Percanta“ auf deutschen Seiten aber äußerst wenig ist [und als „Percanta es“ auf Spanisch vor allem „mala mujer“], habe ich das Spiel mit meinem Klarnamen gemacht – und wollte den eigentlich wieder durch die Internet-Identität ersetzen. Da aber der echte Name dann sowieso ganz leicht zu re-ergoogeln ist, kann ich mir diese Form der Maskerade auch sparen.
Also – eine Auswahl aus 9120 Treffern [vaya originalidad]:


Friederike ist
nicht, was sie scheint.

Friederike ist eine sehr umgängliche junge Witwe, die im Sommer und Herbst 1798 dem Prinzen zu Solms-Braunfels näher kommt.
Friederike ist
eine Sammlung zahlreicher Kompositionen für Laute verschiedener ungenannter Komponisten.
Friederike ist
sichtlich irritiert von dieser neuen, außergewöhnlich intensiven „Männerfreundschaft“.
Friederike ist
immer die Erste, die auf dem LKW steht, wenn es losgeht mit der Arbeit.
Friederike ist
nicht klein, aber Schuldbewusstsein lässt Menschen schrumpfen.
Friederike ist
noch mitten in den Ermittlungen um den rätselhaften Todesfall.
Friederike ist
verzweifelt, zumal Sabine ihr von Theodors Worten berichtet.
Friederike ist
eine Sufragette, die Sturm läuft gegen die Konventionen.
Friederike ist ein dickes, schüchternes Kind mit feuerroten Haaren
Friederike ist
die Hauptfigur in diesem Buch. Sie ist unglücklich.
Friederike ist
mehrmals kurz davor, den Ball ins Tor zu bringen.
Friederike ist
konzipiert für die Bedürfnisse älterer Menschen.
Friederike ist
grade aus ihrer Wahlheimat Mailand zu Besuch.
Friederike ist
ein Mädchen, das bei ihrer Großmutter wohnt.
Friederike ist
stubenrein, hat sogar ihre eigene „Kloecke“.
Friederike ist
die Sennerin und zuständig für den Käse.
Friederike ist
in Pension und schaukelt den Haushalt.
Friederike ist eueren Streit ja nun wirklich nicht wert.
Friederike ist
der Spülmaschinenausräum-Spezialist.
Friederike ist
unser Gewissen und unser Gehirn.
Friederike
ist ein Glanzstück preußischer Kunst.
Friederike ist aber schon auf dem besten Wege.
Friederike ist
auf dem Foto mit Hesse zu sehen.
Friederike ist vom Job ihres Mannes genervt.
Friederike ist
eindeutig unser Energiebündel.
Friederike ist
ein bisschen besser als Anna.
Friederike ist
so ein verdammt alter Name.
Friederike ist
in der DDR untergetaucht.
Friederike ist
die Kreativität in Person.
Friederike ist
eine Oper in einem Akt.
Friederike ist
ein sportliches Ferkel.
Friederike ist
geradezu eine Perle.
Friederike ist
auf Fliegenfang.
Friederike ist
Fürstäbtissin.
Friederike ist
völlig fertig.
Friederike ist
klasse!
Friederike ist ein Asteroid des Hauptgürtels, der am 18. Juli 1904 vom deutschen Astronomen Paul Götz in Heidelberg entdeckt wurde.
Friederike ist
außerdem Tänzerin für Ausdruckstanz und Kostümschneiderin und hat eine Stimmbildung absolviert.

Friederike ist da!


Usw. usw. usw.
[Zuerst gesehen bei Isa.]