Vier!

Ohne zu suchen, nur beim im Gras sitzen und warten, habe ich heute vier (in Zahlen: 4!) vierblättrige Kleeblätter gefunden.
Sofort von meine Unabergläubischkeit abgefallen und im Brustton meiner Überzeugung an das Glück geglaubt.

Die Sache mit der Taube

Pfingsten. Ich habe eine Weile die Tauben vor der Kirche beoabachtet und überlegt, welche von ihnen nun der Heilige Geist ist. Wieder nicht erkannt.
Aber die Angelegenheit mit dem Heiligen Geist hat schon vor einem halben Leben fast dazu geführt, dass ich nicht konfirmiert worden wäre. In unserem Reform-Konfi-Unterricht konnte ich die Übungsaufgaben zur Dreifaltigkeit und zum Heiligen Geist nicht lösen, bin ohne abprüfbares Wissen in den Nebenraum zur Lernkontrolle gegangen und habe stattdessen unseren US-amerikanischen Reformpastor samt Handpuppe mit unbequemen Fragen belästigt. Wie das mit dem Heiligen Geist sei. Er konnte es mir nicht befriedigend erklären, hat es, wenn ich mich recht erinnere, auch nicht wirklich versucht. Ich habe damals noch eine Weile darüber nachgedacht, das Problem nicht für gelöst erachtet und dem Pastor mitgeteilt, ich würde den Teil mit dem Heiligen Geist im Glaubensbekenntnis so lange nicht mitsprechen, bis ich das verstanden hätte.
In der Predigt eine Woche später lobte er den kritischen Geist einer Konfirmandin, die keine leeren Worte nachsprechen wolle. Weitere Versuche, mir meine Fragen zu beantworten, hat er nicht unternommen. Bei der Konfirmation bekam ich dann doch noch eine Antwort. Für mich hatte der Pastor „Sprüche 3.5“ ausgewählt:

Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand.

Pfingsten 2008, 17 Jahre später und vier Wochen vor der Abgabe überlege ich, diese wohlmeinenden Worte zu beherzigen und in die Danksagung der Dissertation aufzunehmen.

Veto

Ich weiß nicht, ob das gelebte Demokratie ist oder ein Staatsstreich. Jedenfalls legt im fragilen Zusammenspiel der Kräfte Pflichtgefühl, Ehrgeiz, Angst und Lust letztere gerade konsequent ihr Veto ein. Und verschwindet in den Urlaub, einfach so. Woraufhin Pflichtgefühl und Ehrgeiz die Versammlung für nicht beschluss- und sich selbst für arbeitsunfähig erklären und erst mal einen Kaffee holen. Nur die Angst, die dreht, so von allen guten Geistern verlassen, fleißig weiter am Rad.
Ich kann so nicht arbeiten.

Zäh [2]

Was mir beim Titel des letzten Postings einfällt, ansonsten gar nichts damit zu tun hat:
Ich höre ja visuell. Das heißt, dass ich gesprochene Worte vor dem berühmten inneren Auge als geschrieben Worte sehe. Nicht immer, aber meistens, und je konzentrierter ich zuhöre, desto ausgeprägter. Darum muss ich auch immer wissen, wie sich Namen schreiben, sonst ist da ein verschwommener Fleck im Schriftbild.
Bei mir hat jedes Gespräch Untertitel.
Um zum Auslöser zurückzukommen: Ohne mir darunter etwas vorstellen können, habe ich früher bei Staumeldungen im Radio immer „C-fließender Verkehr“ gehört.

Zäh

Es läuft gerade ein wenig zäh und mühsam, und vor allem habe ich seit dem Wochenende schlagartig keine Lust mehr. Nicht zum Bloggen, Bloggen ist prima, auch wenn ich mich gerade rar mache.
Widerwillen beim Öffnen des Dokuments. Unlust, schon wieder die eigenen Sätze zu sehen. Gezieltes Ablenken mit allem Möglichen.
Aber immerhin: Die noch etwas dünne Diss hat jetzt genauso viele Seiten wie die viel zu dicke Magisterarbeit. Jetzt schreib ich noch eine kürzere Magisterarbeit dazu, dann reichts.

Wenn nur der Inhalt nicht wäre, getippt ist das ja schnell.

Vom Guten, Schönen, Bären.

Liebe Anke, hier mein Beitrag zur Teddybärenwoche.


Dummer alter Bär, sagte Christopher Robin. Dünner alter Bär, sage ich. Und beide meinen wir Pu.

Pu habe ich zur Geburt geschenkt bekommen. Damals war er größer als ich, und während ich eher kahl war, war Pu sehr weich und flauschig. Heute ist er dünn und abgeliebt und hat an einigen Stellen, am Hals und an den Fußspitzen vor allem, überhaupt kein Fell mehr. Der Kopf ist wackelig, das rechte Auge ein bisschen trüb, und am linken Arm hat er einen Brandfleck.
Er ist ein Melancholiker. Er kann gut zuhören, liegt genau richtig im Arm und sein rauhes Fell hat in den letzten 31 Jahren viele meiner nächtlichen Tränen aufgenommen.

Wir haben immer zusammen gewohnt, nur nach Südamerika habe ich ihn nicht mitgenommen. Nicht aus falscher Scham, nur aus Sorge, ihm könnte etwas zustoßen, er könnte gestohlen oder entführt werden oder bei einem Erdbeben verloren gehen. Nicht auszudenken.
Im Urlaub in Dänemark hatte er ein Loch im Hals, und damals habe ich entdeckt, dass er im Kopf eine gelbe Materie hat, die sich verdächtig nach Schaumstoff anfühlt. Ich war acht, und es war entsetzlich. Ein Riss in der Welt, ein wenig wie die Erkenntnis der Sterblichkeit.
Mein Trost, mein Bär, mein Pu.

* * * * *

Mutti, könntest Du bitte Jochen und Monika-mit-dem-kurzen-Pony fotografieren und etwas über sie schreiben?

Teddybärenwoche auch bei
Isa (Brummi, mit Ton)
Lu (Hundi)
Kiki (Wuff, aber eigentlich ist das Herr Brandau, der Bär von Bruder #2)
Markus (Martin, im Selbstgestrickten)
Thommy (Toldie)
Frau Klugscheißer (Teddy)
Flummi (Norbert)
Dirk (nennen wir ihn Waffenbruder)
Sprachspielerin (ein dreinamiger Affe, vertreten durch ein Schildkrötenungeheuer)
Svensonsan (monchichifressender TIGER)
und natürlich bei Anke mit Teddy, einem Sprechbären und dem Tarnbären.

Rücksicht

Mit Rücksicht auf meine sorgenden Eltern sollte ich wohl weniger über Diss und Haut und Verwirrungen schreiben.

Ich werde mich bemühen. Wie wäre es zum Beispiel mal mit einem sonnigen kleinen Beitrag über den Frühling? Ist doch naheliegend, an so einem 3.3., und vom Eise befreit.
Nur denke ich bei „März“ nicht „Krokusse“ oder „schnuppernasige Osterhäschen“, sondern M Ä R Z! Und März heißt dann ganz schnell Mai, und an Mai denke ich lieber gar nicht, denn dann ist es wirklich nicht mehr weit bis zur ersten Juniwoche.

Liebe Eltern, es geht mir trotzdem gut, und andere Themen werden ja schon per Mail geliefert, ja, schreib ich dann mal. Merci!