peligro

Sos un peligro, sagt Percanto und schüttelt den Kopf. Du bist gefährlich.

Verwirrte Momente gestern:

  • Ich gieße den Tee mit kaltem Wasser auf. (Funktioniert nicht.)
  • Ich stecke mir ein von Percanto geschenktes Ferrero-Küsschen in die Hosentasche. Als ich nach ein paar Stunden Schreibtisch den Kabinenschlüssel einstecke, finde ich es dort wieder. Kuvertüre mit Haselnusskrümeln, aus seinem Papierchen geflossen. Ich lecke die Finger notdürftig ab und verteile die Schokoladensoße dabei weiter. (Nein, ich möchte lieber nicht wissen, wie das aussah, als ich mir am Waschbecken der Damentoilette Schokoladenspuren von Gesicht, Händen und Hose wusch.)
  • Ich eile am späten Nachmittag zur Sparkasse, um kurz vor Mahngebühr ein paar Überweisungen zu machen. Ich überweise und stecke die Quittung ein. Ich gehe zögernd ein paar Schritte vom Bankautomaten weg, warte, überlege. Irgendetwas ist anders. Ich überlege, ob ich noch was brauche, Kontoauszug oder so? Nein. Irgendetwas ist falsch. Aber ich komme nicht darauf, was. Ich verlasse die Bank und gehe einkaufen. An der Kasse merke ich, dass meine Bankkarte fehlt. Das war der Fehler. Vom Supermarkt zurück in die Bank, wo nur noch die Automaten sind, natürlich, sowas mach ich ja immer Freitag gegen Abend. (Die Nummer zum Kartensperren ist 116116.)

Schrotthaut reloaded

Ich habe da an der linken Wange so eine fiese Stelle. Die heilt nicht. Die heilt seit letztem Sommer nicht, sondern schwillt mal an, mal ab, ist mal dunkelrot, mal nur mäßig leuchtend, die alleroberste Hautschicht ist manchmal sogar geschlossen, aber eher selten, und darunter eine harte Kugel, Entzündungen, ekliges Zeug.
Beim letzten Besuch zu Hause schlug mir mein väterlicher Hausarzt das familiäre Allheilmittel vor, Voltaren (das Zweitbeste nach Leukoplast!). Appliziert reichlich, fixiert mit etwas handelsüblicher Haushaltsfolie. Die Verbesserung war deutlich, ich saß den ganzen Tag mit Folienstückchen im Gesicht vor dem Computer und nachts schlief ich zumindest damit ein. Folie im Gesicht und darunter eine Mischung aus Rot und Salbe ist allerdings für den außerhäuslichen Bereich nur bedingt geeignet, mein Seminar zum Beispiel wollte ich nicht so geben, auch Mensa und Bibliothek muss nicht sein. Um aber die Dauerapplikation von Voltaren weiterhin zu gewährleisten, bin ich auf Pflaster umgestiegen, Streifen, gerade so breit zugeschnitten wie die Stelle. (Favorisierte Kommentare: „Wieder beim Rasieren geschnitten?“ und „Oh, hast Du Dir einen Schmiss zugezogen?“)
Jeden Tag ein frisches Pflaster, jeden Tag sah es etwas weniger wild aus darunter. Die Stelle tat also, was sie sollte, sie heilte ganz langsam vor sich hin. Und jetzt habe ich eine mittelverheilte Stelle – und drumherum, wo die Pflaster klebten, eine neue Entzündung. Rot, offen, mit harten Einschlüssen. Der fiesen Stelle 1 ausgesprochen ähnlich.

(Das sollte keine Allegorie auf das Leben werden.)

Edit:
Da ein alter Freund sich nach Lektüre dieses Artikels zur Prognose hinreißen ließ, „sollte einer deiner Leser sich dich bislang als vor erotischer Ausstrahlung strotzender femmme fatale vorgestellt haben, so ist es damit wohl ein für alle mal vorbei“, und meine Mutter mich in einer langen Mail nachdrücklich auffordert, jetzt aber doch bitte wirklich einen Termin in der Hautklinik auszumachen, und zwar schleunigst, sei kurz dies zur Beruhigung gesagt:
Meine Kollegen gehen weiterhin völlig ohne merkbaren Ekel mit mir in die Mensa, es sieht im Ruhezustand auch nicht schlimmer aus als normale Pickelschrunden, und nein, ich glaube nicht, dass der Kopf amputiert werden muss. Nicht akut jedenfalls.

Ohrschellen

Die (neuen, grasgrünen, gutklingenden) Kopfhörer haben den Vorteil, dass sie – hinten in den Computer und oben in die Ohren gestöpselt und mich solcherart mit Bach oder Miss Li verbindend – mich daran hindern, mal kurz aufzustehen um dies oder das nachzugucken, wegzulegen oder aus dem Regal zu nehmen. Nicht mitten im Agnus Dei jedenfalls.
Der Nachteil: Sie haben keine Internet-Kindersicherung. Also bleibe ich geduldig sitzen und gucke halt Mails, bis das Agnus Dei um ist. Oder schreibe einen Limerick. Oder so.
(Noch 4 Monate. Mir ist schlecht. Die Bibliotheksaufsichten grüßen mich inzwischen alle.)

Du, Frau Percanta?

Mein netter und engagierter Erstsemesterstudent Ö., der das Verstehen eines Zusammenhangs zwischen zwei theoretischen Ansätzen schon mal mit einem beglückten „cool“ kommentierte, kommt nach dem Seminar kleinlaut zu mir:
„Frau Percanta, ich wollte mich bei Ihnen entschuldigen, dass ich Sie immer duze. Das ist nur, weil Du so jung bist.“

Hals-Content [3]

Halsweh mal wieder.

(„Die Tagesdosis sollte 8 Lutschtabletten nicht überschreiten.“ Wie jetzt. Gilt vermutlich nur für die Zeit mit Tageslicht.)

(Illustration vom Bruder gemalt, als er noch ein wirklich kleiner Bruder war. Wenn man es groß klickt, kann man die Schnute der Giraffe und ihre schönen blauen Augen sehen.)