Noch ein Stöckchen. 12 Fragen für Euch

Eigentlich haben doch alle genug Fragen beantwortet, dachte ich. Haben sie aber nicht. „Och“, sagten sie und verlangten nach einem weiteren Fragenstöckchen.
Die letzten hatten alle elf Fragen, ich hab aus irgendeinem Grund jetzt zwölf. Wahrscheinlich weil ich das mnit der Elf nicht verstanden habe.

Dabei fällt mir ein: Kennt Ihr Christian Morgensterns Gedicht vom Zwölfelf? Bitte:

Der Zwölf-Elf kam auf sein Problem
und sprach: „Ich heiße unbequem.
Als hieß ich etwa Drei-Vier*
statt Sieben – Gott verzeihe mir!“

Und siehe da, der Zwöfl-Elf nannt sich
von jenem Tag ab Dreiundzwanzig.

*“Das Problem“ gehört zu einem der Gedichte, die ich auswendig kann. Aber *diesen Vers erinnere ich so: „als hieße etwa ich Drei-Vier.“ Dann passt auch der Rhythmus.
Jedenfalls kommen hier zwölf Fragen, die jede/r bei sich zu Hause (mit Link, bitteschön) oder hier beantworten darf, der das gerne möchte oder sonst nicht weiß, was er bloggen soll.
Und wenn mir dann nochmal elf einfallen, haben wir dreiundzwanzig. Das ist doch auch schön.

 

  1. Du wirst vom Radio zu einer Sendung eingeladen, sie führen eine Stunde lang ein Gespräch mit Dir. (Sowas wie „Doppelkopf“ auf HR2). Du darfst Dir dafür fünf Musikstücke wünschen. Welche?
  2. Frösche, Pinguine, Eulen. Welches putzige Tierchen wird als nächstes unsere Kaffeetassen, Umhängetaschen, Postkarten, Shirts und Dekokissen bevölkern, bis auch die treusten Fans es nicht mehr sehen können? Waschbären? Langohrigel? Irgendjemand, den wir noch gar nicht auf dem Schirm haben?
  3. a. Was war Dein liebstes Was-ist-Was-Buch?
    b. Hast Du Deinen Beruf entsprechend ausgewählt?
    Wenn ja: alles richtig gemacht? Wenn nein: Warum nicht? Und wäre das Was-ist-Was-Thema besser gewesen?
  4. Sternzeichen, Aszendent, Blutgruppe, Geschwisterposition oder die Gene. Steht Dein Leben unter irgendeinem ‚Stern‘ oder hast Du Deine Charakterbildung selbst in der Hand?
  5. White wine to the fish?
  6. Mustermix, Patchwork, Color-blocking oder doch eher Ton in Ton? (In Kleidung, Haaren, Familie. Du entscheidest.)
  7. Eine Frage aus der Mottenkiste: Welche Comic- oder Zeichentrickfigur bist?
  8. Welcher Einfall der Natur hat Dich zuletzt überrascht? Oder hört nicht damit auf, Dich zu faszinieren?
  9. Was hast Du gerade in Deinen Hosen- und/oder Jackentaschen?
  10. Sehr schön. Ich würde mich freuen, wenn Du über einen dieser Gegenstände ein Gedicht schreiben könntest. Einen Haiku, einen Limerick, einen Vierzeiler für’s Tageblatt, ein Sonett, egal. Wenn es Dir lieber ist, kannst Du auch was zeichnen. Oder tanzen. Oder eine Oper dazu komponieren. Nur: Wir würden das hier gerne sehen!
    Und wenn die Antwort aus 9 Dich nicht inspiriert, nimm die 2.
  11. Geht es eigentlich auch wieder etwas weniger hysterisch? (Bzw.: alle bekloppt?)
  12. Haben Sie denn noch irgendwelche Frage an uns?

 

8 Gedanken zu „Noch ein Stöckchen. 12 Fragen für Euch

  1. Pingback: Gestolpert | Groß-Stadt-Ansichten

  2. Ich beantworte ja sehr gerne diese Fragestöckchen – vielen Dank für die schönen Fragen!

    1. Du wirst vom Radio zu einer Sendung eingeladen, sie führen eine Stunde lang ein Gespräch mit Dir. (Sowas wie „Doppelkopf“ auf HR2). Du darfst Dir dafür fünf Musikstücke wünschen. Welche?

    Vieles, was ich gerne höre, ist nicht so richtig radiotauglich: The Cure, Kate Bush, Sun Kil Moon, Suzanne Vega, alles keine Musik für nebenbei, und nur für bestimmte Stimmungen. Untenstehende Songs sind immer noch an der Grenze von dem, was ein Radioredakteur zulassen würde. Spiegelt aber gut wieder, was mich bewegt: etwas positives, menschenfreundliches; der Weltraum, die tiefen Töne, Je n’ai pas peur de la route.

    the dress looks nice on you – Sufjan Stevens
    Knight moves – Chilly Gonzalez
    Tribute to Hubble – Pim Philips
    le vent nous portera – Noir Désir
    remain – Jose Gonzalez

    2. Frösche, Pinguine, Eulen. Welches putzige Tierchen wird als nächstes unsere Kaffeetassen, Umhängetaschen, Postkarten, Shirts und Dekokissen bevölkern, bis auch die treusten Fans es nicht mehr sehen können? Waschbären? Langohrigel? Irgendjemand, den wir noch gar nicht auf dem Schirm haben?

    Ich entnehme dem, was so auf Reddit abgeht, dass Sugar Glider gerade als sehr süss gelten, aber keine guten Haustiere abgeben. Auch angesagt sind die anscheinend immer gut gelaunten Quokka.

    3a. Was war Dein liebstes Was-ist-Was-Buch?
    b. Hast Du Deinen Beruf entsprechend ausgewählt?
    Wenn ja: alles richtig gemacht? Wenn nein: Warum nicht? Und wäre das Was-ist-Was-Thema besser gewesen?

    Ich hatte kein Was-ist-Was-Buch, aber einen ganz klaren Grund für meine Berufswahl: ich wollte die Welt verstehen, und ich wollte etwas machen, bei dem die Ergebnisse messbar sind (und nicht nur auf der Einschätzung von anderen beruhen). Also Naturwissenschaften. Und ja, es hat mir gutes Rüstzeug mitgegeben, um die Welt ein bisschen besser verstehen zu können. Es hat mein logisches und analytisches Denken trainiert, und ich kann ganz gut meine eigenen Schlüsse ziehen. Nur das mit der Messbarkeit von Ergebnissen, das war ein bisschen ein Trugschluss, zumindest dahingehend, dass die Kraft von Publish or Perish so groß ist, dass Daten manchmal schon sehr selektiv erhoben, und die Kurven passend gemacht werden. Und auch die eigene, meine Leistung, messbar, zählte nicht, sondern andere Einschätzungen, die sich mir bis heute noch nicht voll erschlossen haben. Ich habe dann was anderes gemacht, was anderes machen müssen, und ganz ehrlich: ob Big Pharma oder Bad Bank, so groß ist der Unterschied nicht, wenn es um Ethik geht. Demnächst gibt es wieder einen Wechsel, es wird dann um Systeme und ihre Veränderung gehen, zwischenmenschliche Thermodynamik sozusagen, und nichts von dem, was ich tue, wird mehr messbar sein, aber dennoch, so hoffe ich, nicht ohne Auswirkungen.

    Alles richtig gemacht? Keinesfalls. Ein Handwerk hätte ich vielleicht lernen sollen, Gas-Wasser-Installateurin, oder Fachhochschule Verfahrensingenieurin und in 500-Liter-Inkubatoren irgendwas fermentieren. Für die Rente wäre das besser gewesen, ein Haus hätte ich vielleicht auch schon abbezahlt, ich hätte Freizeit gehabt, um zu reisen und meinen Interessen nachzugehen. Indes, so bin ich ja auch irgendwie gereist, in mir drin, in Täler und Abgründe und Grenzgebiete und hier und da auch mal hin zu kleinen Triumphen. Und all dieses hätte, wäre, würde: mein Scheitern ausradieren – wozu? Ich möchte kein weißes Papier sein.

    4. Sternzeichen, Aszendent, Blutgruppe, Geschwisterposition oder die Gene. Steht Dein Leben unter irgendeinem ‚Stern‘ oder hast Du Deine Charakterbildung selbst in der Hand?

    Als Naturwissenschaftlerin kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen: den größten Anteil hat die Umwelt, also die Menschen, die uns umgeben; einen eher kleineren Anteil die Gene. Daraus besteht das Boot, auf dem wir reisen, und unser Wille, das ist der Steuermann, das Segel, die Finne.

    5. White wine to the fish?

    Thank you, Miss Sophie! Für mich aber lieber keinen Alkohol, ich kultiviere andere Laster.

    6. Mustermix, Patchwork, Color-blocking oder doch eher Ton in Ton? (In Kleidung, Haaren, Familie. Du entscheidest.)

    Klare Linien.

    7. Eine Frage aus der Mottenkiste: Welche Comic- oder Zeichentrickfigur bist?

    Eine Mischung aus Calvin, Daria und Snoopy.

    8. Welcher Einfall der Natur hat Dich zuletzt überrascht? Oder hört nicht damit auf, Dich zu faszinieren?

    Ich habe lange geglaubt, dass die Sternschnuppen, die zum Beispiel im Zusammenhang mit den Perseiden oder Leoniden auftreten, von Komenten kommen, die in einer Umlaufbahn um die Erde kreisen (vgl. Halleyscher Komet). Falsch. Oder: nur teilweise richtig. Ja, die Sternschnuppen kommen aus dem Schweif eines Kometen. Dieser jedoch ist schon längst weitergezogen, vielleicht sogar schon verglüht, und hat ein stationäres Feld an Partikeln hinter sich gelassen. Und es sind wir, hier auf der Erde, die wir uns jedes Jahr durch dieses Feld bewegen. Die Erde ist nämlich eine Art von Raumschiff, das sich durch das All bewegt. Irre! Faszinierend. Man glaubt, man wäre an einem fixen Punkt, und dabei ist man immer in Bewegung, sowohl durch den Raum, als auch durch die Zeit…

    9. Was hast Du gerade in Deinen Hosen- und/oder Jackentaschen?

    Nix, ich bin schon in der Schlafanzugbuxe (genauer gesagt: eine schwarze „Yogahose“ ohne Taschen).

    10. Sehr schön. Ich würde mich freuen, wenn Du über einen dieser Gegenstände ein Gedicht schreiben könntest. Einen Haiku, einen Limerick, einen Vierzeiler für’s Tageblatt, ein Sonett, egal. Wenn es Dir lieber ist, kannst Du auch was zeichnen. Oder tanzen. Oder eine Oper dazu komponieren. Nur: Wir würden das hier gerne sehen!
    Und wenn die Antwort aus 9 Dich nicht inspiriert, nimm die 2.

    Zucker! Gleite
    über meine Hand und zeig mir die Weite.
    Warte! Leite
    mich zu dir. Ich brauch dich an meiner Seite.
    Wir beide.
    Zu deiner Hälfte will ich sein die zweite.

    11. Geht es eigentlich auch wieder etwas weniger hysterisch? (Bzw.: alle bekloppt?)

    Die Zwischentöne haben es gerade ziemlich schwer. In Zeiten großer Veränderungen sind es die extremen Meinungen, die Dissonanzen, die besonders laut zu hören sind. Und wir sind gerade mitten in einer riesigen Veränderung, die noch lange andauern wird: eine neue Völkerwanderung. Gleichzeitig sind andere Veränderungen, wie zum Beispiel das Aufbrechen von starren Geschlechterrollen, auch noch lange nicht beendet. Dafür kann man sich in der heutigen Zeit eine so gute Blase schaffen wie nie zuvor. Ob das immer so gut ist, sei dahingestellt.

    12. Haben Sie denn noch irgendwelche Frage an uns?

    Wieviele Sprachen sprichst du genau? Woher kommt deine Affinität zu Argentinien?

  3. 1. Du wirst vom Radio zu einer Sendung eingeladen, sie führen eine Stunde lang ein Gespräch mit Dir. (Sowas wie „Doppelkopf“ auf HR2). Du darfst Dir dafür fünf Musikstücke wünschen. Welche?
    Ich hab drüber nachgedacht, die ursprünglichen Stücke komplett verworfen und mich mehr oder weniger für primär weibliche Präsenz entschieden.
    Adele – Rolling in the Deep
    Arch Enemy – Ravenous (alternativ Skalmöld mit Edda Tegeder Óskarsdóttir – Hel)
    The Warning – Resistance (Muse Cover)
    Candy Dulfer – Pick up the pieces (Saxophonistin muss sein, auch wenn sie „nur“ Alt spielt
    Bell Rays – Everybody get up

    2. Frösche, Pinguine, Eulen. Welches putzige Tierchen wird als nächstes unsere Kaffeetassen, Umhängetaschen, Postkarten, Shirts und Dekokissen bevölkern, bis auch die treusten Fans es nicht mehr sehen können? Waschbären? Langohrigel? Irgendjemand, den wir noch gar nicht auf dem Schirm haben?
    Otter. Alternativ Pelztiere aus Australien: Wombat, Quokka, Koala. Obwohl ich die Tiefseesocke witziger fände.

    3a. Was war Dein liebstes Was-ist-Was-Buch?
    b. Hast Du Deinen Beruf entsprechend ausgewählt?
    Wenn ja: alles richtig gemacht? Wenn nein: Warum nicht? Und wäre das Was-ist-Was-Thema besser gewesen?

    Ich denke das war das mit den Sauriern. Obwohl ich mich damals schon immer gefragt habe, woher um alles in der Welt sie wissen, welche Farben diese Tiere hatten. Das wurde nicht besser, seit sie letztens verkündet haben, dass viele Saurier wohl Federn hatten (aber wie bunt das Gefieder jetzt war, immer noch keine Ahnung).
    Ich wollte eine Zeit lang deswegen Archäologin werden, aber jetzt bin ich Biochemikerin. Das ist auch gut. Naturwissenschaften liegen mir.

    4. Sternzeichen, Aszendent, Blutgruppe, Geschwisterposition oder die Gene. Steht Dein Leben unter irgendeinem ‚Stern‘ oder hast Du Deine Charakterbildung selbst in der Hand?
    Ich denke meine Eltern haben mein Leben sehr geprägt. Genetisch und erzieherisch. Und ich gehe davon aus, dass meine Geschwisterposition als ältestes Kind mich auch entsprechend ein bisschen geformt hat. Ansonsten Ideen, Freundinnen und Freunde, sowie Bücher und Musik. Und mein Studium.

    5. White wine to the fish?
    Ja, warum eigentlich nicht? Danke.

    6. Mustermix, Patchwork, Color-blocking oder doch eher Ton in Ton? (In Kleidung, Haaren, Familie. Du entscheidest.)
    Was halt gerade passt. Bei Klamotten zB: was gerade einigermaßen sauber ist und noch einigermaßen riecht. Ich glaube das lässt sich auf den Rest übertragen.

    7. Eine Frage aus der Mottenkiste: Welche Comic- oder Zeichentrickfigur bist?
    Ich befürchte ich bin Calvins Mutter, obwohl ich lieber Hobbes wäre.

    8. Welcher Einfall der Natur hat Dich zuletzt überrascht? Oder hört nicht damit auf, Dich zu faszinieren?
    Ähm. Viel. Eigentlich alles. Am meisten fasziniert mich, dass sich in den extremsten Umständen irgendwelche Lebensformen angesiedelt haben. Oder das Laborjournalnullnummer zu giftigen Vögeln. Oder oder oder. Steine sind übrigens auch spannend.

    9. Was hast Du gerade in Deinen Hosen- und/oder Jackentaschen?
    In der Jacke: Schlüssel, Phone, Kopfhörer, ein kleines Spielzeugauto, Taschentücher (ha! der Name verrät es), ein paar Smarties, viele Krümel und ein Fillypferd.

    10. Sehr schön. Ich würde mich freuen, wenn Du über einen dieser Gegenstände ein Gedicht schreiben könntest. Einen Haiku, einen Limerick, einen Vierzeiler für’s Tageblatt, ein Sonett, egal. Wenn es Dir lieber ist, kannst Du auch was zeichnen. Oder tanzen. Oder eine Oper dazu komponieren. Nur: Wir würden das hier gerne sehen!
    Und wenn die Antwort aus 9 Dich nicht inspiriert, nimm die 2.

    Filly, du machst mir keinen Spaß
    Und dann auch noch der Strass.
    Doch will ich nicht so sein.
    Hüpf in die Tasche rein,
    dann wirst du nicht so nass.

    11. Geht es eigentlich auch wieder etwas weniger hysterisch? (Bzw.: alle bekloppt?)
    Den Eindruck habe ich häufig. Aber es sind ja auch alles nur Menschen.

    12. Haben Sie denn noch irgendwelche Frage an uns?
    Ohja. Nach dem leckeren Rezept letztens hätte ich gern Informationen über deine Kochkarriere. Mehr so bei Mama/Oma abschauen, dann Studentenküche, dann Familienküche? Oder extern inspiriert durch Kochsendungen?

  4. Pingback: Auf zwölf reimt sich nur zwölf | just another weblog :: Christian Fischer – fine bloggin' since 2001

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