Percanta kocht: Wirsingeintopf

In den eingangenen Antworten zum Fragebogen schwimmen auch, wie gewünscht, Fragen mit. Frau Novemberregen fragt mich u.a., was sie am Wochenende kochen soll, möglichst unaufwändig. Hier wäre ein Vorschlag, der Rückkehr des Winterwetters angemessen: Einen Eintopf auf Kohlbasis.

Das Rezept habe ich mir auf Grundlage des friesischen Grünkohlrezepts meiner Mutter mit Anleihen von Chefkoch-Wirsing-Rezepten zusammengebastelt, es jetzt zwei Mal so ähnlich ausprobiert und für gut befunden.

Zutaten

(für 2 Erwachsene und 2 Kinder für etwas mehr als eine Mahlzeit)

1 großer Kopf Wirsing oder 1,5 kleine [was man dann mit dem halben Kopf macht, weiß ich auch nicht, aber mehr passt nicht in meinen großen Topf]
gut 100g Speck
eine halbe Gemüsezwiebel
ungefähr 8-12 mittelgroße Kartoffeln
für jeden Esser eine Mettwurst / Griebenwurst / Pinkel, eine weitere für den Topf
[anstelle von Wurst geht sicher auch Kasseler o.ä.]
Schweineschmalz und anderes Fett zum Anbraten
Kümmel
Fleischbrühe
Pfeffer
Zucker
Senf
evtl. ein bisschen gemahlener Chili

Zubereitung

Den Wirsing von den äußeren Blättern und dem Strunk befreien, klein schneiden, waschen, abtropfen lassen.
Die Kartoffeln schälen und würfeln (ich finde: nicht zu klein, sonst verlieren sie sich), den Speck würfeln (ruhig klein), die Zwiebel schälen und klein schneiden.
Das Fett im größten verfügbaren Topf erhitzen, die Zwiebel und den Speck anbraten. Ich tu jetzt auch schon das Schmalz dazu.
Wenn die Zwiebeln glasig sind, die Kartoffeln dazugeben, etwas anbraten, evtl. noch einmal etwas Fett hinzufügen, dann nach und nach den Kohl dazugeben, durchrühen, ein bisschen anschmoren, rühren.
Die Mettwürste hinzugeben. Die letzte Wurst „für den Topf“ aufschneiden / aufstechen, damit sie sich später zwischen dem Kohl verteilt. Das geht am besten und leckersten mit Pinkel, die ist aber außerhalb der Region Oldenburg schlecht zu bekommen. Dann mit Brühe aufgießen, der Kohl braucht nicht einmal bedeckt zu sein. Da der Kohl etwas zusammenfällt, habe ich beim ersten Platzgewinn noch einmal mehr geschnittenen Wirsing hinzugefügt. Evtl. später noch einmal Brühe nachgießen. Kümmel dazugeben, einen guten Teelöffel Senf unterrühren, ein-zwei Teelöffel Zucker drüber, ein paar Umdrehungen aus der Pfeffermühle, evtl. ein ganz bisschen Chili aus der Mühle.
Deckel drauf, so 20-30 Minuten köcheln lassen. Ab und zu umrühen und gucken, ob Flüssigkeit angegossen werden muss. (Wir essen das nicht als Suppe, also nicht zu flüssig.)
Abschmecken. In den meisten Rezepten steht, man solle den Eintopf salzen – ich finde, mit Speck, Wurst und Brühe ist reichlich genug Salz dran.
Der Eintopf ist fertig, wenn die Kartoffeln durch sind, dann mal probieren, ob der Wirsing schon eine Konsistenz hat, die Euch zusagt.

 

Schmeckt: bei uns allen, ist aber für Magen-Darm-Sensible eine Herausforderung.
Vorbereitung: kurz, nur schnippeln.
Anspruch: ganz einfach.
Küchenchaos: wenig.
Organisation: einfach, wieder ein Ein-Komponenten-Essen, wo alles gleichzeitig fertig ist.
Insider-Tipps: Je grober / krümeliger die Wurst, desto besser mischt sie sich mit dem Wirsing. Nehmt unbedingt Würste in Naturdarm, welche in Plastik schwimmen sonst luftdicht verpackt im Eintopf, dann kann man sie auch gleich separat warm machen, und die Idee (auch der aufgeschnittenen Wurst) ist ja gerade, dass sie Geschmack abgibt und annimmt. Außerdem fliegt einem die Flüssigkeit aus diesem Plastikdarm um die Ohren, wenn man sie ansticht…
Geht auch am nächsten Tag gut, Kohl darf gerne mal durchziehen.

11 Gedanken zu „Percanta kocht: Wirsingeintopf

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