Haus und Hof

Montag Morgen. Ich stehe früh auf, wir müssen alle zur Arbeit und in die Kita, und ich will vor dem Frühstück noch duschen. Also schleiche ich mich aus dem Schlafzimmer, gucke mich nochmal um, der kleine Mann ist nach einer unruhigen Nacht irgendwann bei uns gelandet und schläft auf der linken, der große auf der rechten Seite des Betts, alles friedlich. In der Küche bereite ich das Frühstück vor, Kaffee, Tee, Kakao, stelle den Ofen für Croissants an, decke den Tisch. Bereite die Brotdose für die Kita vor, freue mich dabei über die Reste der gelungenen Quiche von gestern, die in die Proviantboxen kommen, stelle auch den aus selbstgepflückten Pflaumen gebackenen Kuchen raus, vielleicht mag jemand schon morgens. Restliche Pflaumen und ebenfalls selbstgepflückte Äpfel aus dem eigenen Garten kommen jedenfalls in die Taschen. Draußen fetzen die Wolken vorbei, es wird wieder kein Sommertag, aber obwohl uns eine ganz normale Arbeitswoche erwartet, bin ich guter Stimmung, genieße, bevor es losgeht, diesen kleinen Hausfrauenmoment, wo ich alles für meine Lieben bereite, die noch schlummern. Alles gar nicht so verkehrt.
Dann will ich duschen, die Therme springt nicht an, das Wasser bleibt eisig und lässt sich auch durch wiederholte Versuche, den Wasserdruck zu steigern und das Gas wieder anzuwerfen, nicht erhitzen. Über das halbnackte und erfolglose Gefriemel an der Therme ist es spät geworden, duschen schaffe ich nicht mehr. Schnell waschen und anziehen. Dann taucht auch schon ein freundliches Kind im Bad auf, wird, wenn wir schon da sind, direkt gewickelt und angezogen, setzt sich dann immer noch gut gelaunt an den Tisch, trinkt seinen Kakao und übergibt sich umgehend im hohen Bogen, über sich, mich und den Küchenboden. Einen Infekt hat er nicht, aber nach Nächten mit Husten passiert das manchmal. Also Kind trösten, Boden wischen, uns beide nochmal mit kaltem Wasser waschen und umziehen. Sein und mein Frühstück ist damit beendet, und wegen des strengen Geruchs in der Küche frühstückt auch der Liebste doch lieber nicht am gedeckten Tisch, sondern im Wohnzimmer. Dann noch eine kleine schlechte Nachricht in Empfang nehmen und wir sind schon wieder in Eile und werden – wahrscheinlich trotz des Kleiderwechsels säuerlich riechend – zu spät kommen.
Aber für einen kleinen Moment sah es fast wie ein Idyll aus.

Die Sprache der Blumen

Man soll ja mit Pflanzen sprechen. Ein guter Anfang für eine gelungene Beziehung zu Grünzeug ist bestimmt, sie auf persönlicher Ebene anreden zu können. Namen sind da hilfreich.

Seit Baby B weiß, dass die Pflanze auf dem Balkon eine “Schwarzäugige Susanne” ist, hat er das Prinzip verstanden. Er übergeneralisiert allerdings ein bisschen und spricht nun alle gelben Blumen gleich an. So kommt er mit dem Lieblings-Süditaliener an den Pflanzen im Treppenhaus vorbei, zeigt auf die Sonnenblume und erklärt: “Heißt Susi.”

Vielleicht kaufen wir jetzt noch ein Fleißiges Lieschen.