abc

Frau mit Akzent, erzählt einem jungen Mann Geschichten von ihrer kleinen Nichte:
“… habe ich so gestaunt! Ich dachte immer, deutsche Kinder lernen erst die kurzen Buchstaben. Aber nein! Lernen sie zuerst das lange Alphabet!”

grmpf

Wenn eine Deutschkursteilehmerin sich vor zwei Monaten angemeldet und vor drei Wochen von der Praktikantin gehört hat, dass alles okay sei, ihr Platz dann aber, vor zwei Wochen, wegen eines zu spät eingereichten Papiers und eines bestimmten Mengenverhältnisses von der Chefin storniert wird und die Teilnehmerin das erst am ersten Kurstag erfährt, wenn diese Teilnehmerin dann erst ratlos, später wütend bei mir im Zimmer sitzt und wir sie, da uns alles außer der Stornierung richtig zu sein scheint und die Chefin nicht auffindbar ist, erst einmal in den Unterricht lassen, wenn die Erklärung der Stornierung weder der Sekretärin noch mir einleuchtet, auch wenn die Chefin immer wieder „das weiß doch jeder“ sagt, und nicht klar ist, ob sie damit uns oder die für den Anfänger(!)kurs gemeldete Schülerin meint, wenn die Schülerin dann am Ende des Tages erst geduldig, dann leise köchelnd auf dem Flur sitzt und wissen möchte, ob sie nun teilnehmen darf – ist es dann zu viel verlangt, dass die Chefin ihr den Rausschmiss wenigstens selbst erklärt?

Ein richtiger Ausflug

Fahrradfahren ist für mich immer eine Fortbewegungsart gewesen, ich bin früher jeden Tag stundenlang Rad gefahren, nur um von A nach B nach A nach C nach A zu kommen, und der Sinn von Radtouren wollte sich mir nie recht erschließen. Am Samstag haben wir aber mal etwas “fuera de lo común” gemacht und sind mit dem Fahrrad zu Freunden gefahren, die in einem südniedersächsischen Bullerbü wohnen (und außerdem hier mitlesen, hallo Herr und Frau Handfeger!).
Dieses Bullerbü liegt Luftlinie nur etwa 15 km südlich von uns,
die gewählte Strecke ist laut Rad-Routenplaner gute 40 km lang (Percanto meinte beim Reifen Aufpumpen “haben wir eigentlich keine Freunde, die näher dran wohnen?”) und überwindet etwa 450 – 500 Höhenmeter, was sich auch so angefühlt hat. Etwa eine Stunde lang ging es jedenfalls im Wald nur bergauf. Aber schönes Bergauf! Und das Bachentlang und das Bergab und das Durchdiefelder vorher und nacher waren auch sehr hübsch. Wir haben viele Ober-, Unter-, Klein-, Nieder-, Groß- und Kirch- -hausens und -ganderns gesehen. Und ein gallisches Dorf mit einem “KERAMIX”, vielleicht war aber auch das K nur etwas schief. Und haben immer wieder auf die Karte geguckt, was Percanto sehr deutsch fand, und Springkraut hüpfen lassen.
In Bullerbü gab es Mittagessen, Tee, Kuchen, Gespräche, Sonne, Gänse und noch mehr Landleben und es war wie immer sehr schön. Auf dem unbergigen Rückweg, so ungefähr bei km 35, fing
Percanto dann an, von Maisfeld zu Maisfeld im Stehen zu fahren – “vielleicht hätte ich doch den Gelüberzug auf den Sattel tun sollen”, ja, vielleicht.
Wir haben noch zwei Maiskolben zum Abendbrot geklaut und dann war es nicht mehr weit. Wir hatten zwar etwas wacklige Oberschenkel, sind später am Abend aber noch Tango tanzen gegangen – Muskelkater würden wir schließlich so oder so bekommen.
Am Sonntag morgen im Bett zuerst die Beine geortet – und? Nichts! Pah, Betrug. So ein richtiger alles lahmlegender Muskelkater wäre jawohl das mindeste gewesen, der Trainingseffekt aus Schulzeiten dürfe schließlich inzwischen verloren sein. Pff. Nächstes Mal fahren wir über den Harz nach Bullerbü. Und dann wollen wir doch mal sehen.

Glück…

…gehabt, liebe Studentinnen!
Nach einigen guten und sehr guten Arbeiten kam ich am Ende des Stapels wieder auf die zwei schwächsten Hausarbeiten zurück und versuchte mich zu entscheiden, welche der beiden nun schlechter ist. Was wiegt schwerer, formale Unsauberkeiten oder schlechter Stil? Zitate nicht einzubinden oder sie nicht richtig nachzuweisen? Gar keine literaturwissenschaftlichen Kategorien zu verwenden oder eine einzige zu benutzen, die aber völlig falsch verstanden zu haben? Ein Autor, der immerzu fröhlich winkend durchs Analyse-Bild zu laufen scheint oder Erlebnisberichte der Verfasserin?
Dann habe ich überlegt, was genau eine 4 ausmacht, was eine 3- und was eine 4+. Hm.
Irgendwann auf die Uhr geguckt, gemerkt, dass sich mein besser nicht zu errechnender Stundenlohn inzwischen im Minusbereich bewegen dürfte und beschlossen, einfach eine Entscheidung zu treffen, und zwar jetzt.
Trotzdem weiß ich nicht, warum am Ende bei beiden eine 3,0 auf dem Schein stand.
Da hat diesen Sommersemesterstudentinnen wohl eine Phase der Unentschlossenheit die Note gerettet, auch wenn die 3 sie vermutlich auch nicht glücklich machen wird.

[Merke: “Erzählsituation” ist eine Kategorie der literaturwissenschaftlichen Analyse, eine Beschreibung der Befindlichkeiten der Erzählerfigur [er ist hungrig, er vermisst seine Mutter, draußen ist es dunkel] ist an dieser Stelle nicht gemeint!]

Und führe mich…

… nicht in Versuchung.

Meine beruflichen Pläne für den Rest des Jahres sind:
1. Diss schreiben
2. die Stelle in der großen Stadt bekommen (bittebittebitte)
3. bis dahin weiter mit meinen diversen Jobs über die Runden kommen
4. keine komischen Aufträge annehmen
5. – 10. Diss schreiben

Und jetzt bekomme ich aus meinem Zweitlieblings-Ausland die Anfrage, ob ich eine Ars-Poetica-Anthologie übersetzen möchte. Könnte. Würde.
Ich habe erst mal gefragt, was so die Rahmenbedingungen sind und übe jetzt vor dem Spiegel Nein zu sagen.
Kommt noch nicht so richtig überzeugend.

äh? Hilfe!

Kann mir jemand sagen, was jetzt das Problem meines Computers ist? Wieso erkennt er den Player nicht mehr – und vor allem, was kann ich tun, um all meine siebentausend Musikdateien weiterhin hören zu können?
(Ich hasse das, wenn diese Biester so eine Erwartungshaltung haben! “10.0.04036 wurde erwartet”, so what?! Lass mich einfach weiter diese schmelzendschönen Händel-Arien hören!)